A Pyrenaen-Mastiff goes to Australia
 

A Pyrenaen-Mastiff goes to Australia

oder ...

...wie eine in Deutschland gezogene Mastin de los Pirineos-Hündin, Australiens erste Zuchthündin wurde.




Ende 2003 erhielt ich einen "Notruf" aus Victoria/Australien.

Annie Briglia, eine Mastiffzüchterin suchte seit einiger Zeit vergeblich eine MP-Hündin im Vereinigten Königreich.
Aber da es in Großbritannien und dem Rest des Commonwealth keine MP-Welpen gab, schrieb sie mich per E-Mail um Hilfe an.

Wir hatten gerade unseren 1.Wurf in gute Hände vermittelt. Eine freie Hündin war also nicht mehr vorhanden.


Im Nachhinein weiß ich auch, warum Annie keinen Züchter in Europa gefunden hat, der einen Hund nach Australien abgibt.
Es ist kein Abschied mit 8 Wochen; es ist ein Abschied auf Monate.

Genaugenommen auf ein 3/4 Jahr.

Solange hat es gedauert, die MP-Hündin "Covadonga de Castillo Alto" über die veterinär-bürokratischen Hürden zu bringen.
Von der Tollwut-Antikörperbestimmung, über die sogenannte "Heim/Hausquarantäne, bis zur vorgeschriebenen Wurmkur+ Zeckenprophylaxe.
Und das alles fristgebunden und unter Aufsicht der australischen Einwanderungsbehörde AQUIS.


Covadonga, genannt Chicca, schenkte uns in 2 Würfen 17 Welpen.
Da wir von Anfang an vor hatten, die Zucht mit den Mastin de los Pirineos nach dem Ursprungsstandard (Erscheinungsform) zu betreiben, benötigen wir auf lange Sicht gesehen, eine weitere Hündin aus einer anderen Blutlinie,die diese Vorgaben erfüllte.

Da sich aber ein Zusammenleben mit 3 anderen Zuchthündinnen (wir züchten auch die franz. Hütehunde Berger Picard) durch Chiccas dominantes Verhalten stellenweise als sehr problematisch zeigte, wurde der Entschluß - nach langem Abwägen - gefaßt:

Chicca geht als erste MP-Hündin nach Australien.

Annie war begeistert. Erhielt sie doch eine zuchttaugliche, erwachsene Zuchthündin.

Im Frühjahr 2005 wurde Chicca, nach eingehender veterinärmedizinischen Untersuchung belegt und im April über den Flughafen Frankfurt mit einem Lufthansa-Linienflug nach Melbourne in ihr neues Leben und Zuhause geschickt.

Nach fast 24-stündigem Flug wurde Chicca von der Familie Briglia in Empfang genommen. Dies aber nur kurzzeitig.

Chicca mußte 4 Wochen in staatliche Quarantäne.

Annie pendelte nun täglich mit ihren beiden Töchtern zwischen Victoria und Melbourne hin und her.

Lauren und Primo auf einer Country - Ausstellung



Durch unsere, hier vorab durchgeführten Untersuchungen, konnte die Quarantäne auf das Minimum (30 Tage) reduziert werden.

Chicca warf im Mai 2005 11 gesunde Welpen, die mittlerweile in ganz Australien und bis nach Japan vermittelt wurden.

Primo und Greta (Chiccas Kinder)


Das australische Fernsehen sowie die Zeitungen berichteten über dieses Ereignis.

Durch regelmäßige Telefon- u. Internetkontakte mit Annie, wissen wir, daß es Chicca in Downunder bestens geht.
Sie kann, zum ersten Mal in ihrem Leben, wirklich ein Herdenschutzhund sein.
Chicca be- und überwacht ein mehrere 1.000m2 großes farmähnliches Gelände, mit Rindern, Schweinen, Geflügel und Mastiffs.

 

Chicca beim Hühnerhüten




Ich bin mir sicher, daß keiner, der damals laut schreienden Kritikern, Chicca auch nur annähernd solch ein fantastisches Leben bieten könnte.

Mittlerweile ist ein 1 jähriger MP-Rüde aus der italienischen Zucht von Milena Murena (Murtois) hinzugekommen.
Quincy soll nach der Zuchtzulassung als Deckrüde eingesetzt werden.



Chicca und Quincy






Im Oktober trat Chicca ihren Dienst im Schulamt der Stadt Victoria als Therapie + Schulhund an.




Sie meisterte die Eingangsprüfung mit Bravour und steht nun auf der Gehaltsliste der Kommune.


Chicca, als "Foundation-Bitch",als 1.Zuchthündin der Rasse Mastin de los Pirineos in Australien, stammt nicht wie man glauben könnte aus dem Ursprungsland Spanien, nein aus Deutschland.
Und das sollte doch so Manchen ein wenig stolz machen.

Good Luck Chicca, Du gehst Deinen Weg!!


Verfasser: Frank Braun
November 2005
 

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