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Das
1 X 1 für den Einsteiger
Anschaffung, Übernahme, Ernährung und
Erziehung
Die Entscheidung, sich ein Tier, speziell einen Hund,
und dann einen großen, wesensfesten „Mastino Napoletano“,
anzuschaffen, trifft man nicht so einfach aus dem Bauch
heraus.
Die gesamte Familie sollte sich vorher darüber im Klaren
sein, dass sie sich für lange Jahre ein neues Mitglied
ins Haus holt, für das man ein gehöriges Maß an
Verantwortung übernimmt. Anschaffungspreis, Futter- und
Tierarztkosten müssen gesichert sein. Das Haus und die
Außenanlage sollten so beschaffen sein, dass einer
artgerechten Haltung eines so großen Hundes nichts im
Wege steht. Sollten diese Voraussetzungen bei Ihnen
gegeben sein können Sie langsam aber gewissenhaft Ihre
Auswahl treffen. Bedenken Sie dabei, Sie kaufen sich
nicht mal eben neue Schuhe oder einen neuen Anzug, Sie
kaufen ein Tier mit eigenem Wesen und eigenen
Ansprüchen!
Besuchen Sie einige Züchter, lassen Sie sich die
Zuchterlaubnis beider Elterntiere zeigen, erforschen Sie
das Wesen der Mutter, vielleicht haben Sie auch die
Gelegenheit, den Vater kennen zu lernen, lassen Sie sich
die Röntgenauswertungen der Hüften beider Elterntiere
vorlegen. Der gewissenhafte Züchter wird Ihnen all diese
Unterlagen zeigen, und er wird stolz darauf sein, Ihnen
nicht nur sein gesamtes Anwesen, sondern speziell die
Unterbringung seiner Zuchttiere und ganz besonders den
Raum für die Aufzucht der Welpen vorstellen zu dürfen.
Achten Sie auf das Verhalten, auf die Aktivitäten der
Elterntiere und die Bewegungen der Welpen, achten Sie
auf Sauberkeit. Nach anfänglicher Unsicherheit sollten
die Welpen ganz schnell anfangen mit Ihnen zu spielen.
Sie müssen darauf vorbereitet sein, dass der gute
Züchter versuchen wird, Sie in die unterschiedlichste
Art von Gesprächen zu verwickeln um sich zu
vergewissern, den richtigen Käufer für seinen Welpen
gefunden zu haben. Sie sollten schon vor der ersten
Kontaktaufnahme entschieden haben, ob Sie zu einer
Hündin oder einem Rüden tendieren. Hündinnen sind oft
anhänglicher und nicht so lebhaft, Rüden sind oft
größer, robuster und dickköpfiger. Sollte Ihnen während
Ihres Besuchs bei dem Züchter auch nur eine der von mir
angesprochenen Angelegenheiten, Tiere, Unterbringung
oder Mensch, nicht 100 prozentig zusagen, meiden Sie in
Zukunft diese Zuchtstätte und suchen einen anderen
Züchter auf.
Glauben Sie jedoch Ihr Glück gefunden zu haben, sorgen
Sie für eine artgerechte Unterbringung. Diese muss auf
jeden Fall warm und zugfrei sein. Ignorieren Sie das
anfängliche Gejaule und Wimmern, vermeiden Sie Ihren
Welpen mit ins Schlafzimmer zu nehmen, Sie werden es ihm
später nie mehr abgewöhnen können. Gewöhnen Sie Ihr Tier
rechtzeitig an alle aufkommenden Umweltgeräusche, es
zahlt sich mit Sicherheit aus. Falls Sie Ihren Welpen
mit 12 Wochen zu sich holen, gewöhnen Sie ihn für die
nächsten 4 bis 6 Wochen an 4 Mahlzeiten pro Tag, danach
reduzieren Sie auf 3 und ab dem 9. Monat auf 2
Mahlzeiten pro Tag, aber halten Sie die Fütterungszeiten
nach Möglichkeit ein. Vermeiden Sie direkt nach der
Fütterung längere Spaziergänge. Geben Sie Ihrem Tier
keine Kuhmilch, halten Sie die Fleischportion auf
Mittelmaß. Wir haben heute von bekannten Herstellern
kein schlechtes Trockenfutter mehr, wägen Sie ab, auf
welches Produkt Ihr Hund am besten reagiert. Knochen
gehören nie, aber wirklich nie, zu einer Hundemahlzeit.
Vermeiden Sie mit Ihrem Welpen Gewaltmärsche, gewöhnen
Sie ihn daran mehrmals kleinere Strecken zu bewältigen.
Bewegung muss er allerdings haben, jedoch niemals in der
prallen Mittagssonne.
Geimpft, gechipt und entwurmt werden Sie Ihren Welpen ja
bestimmt übernommen haben, also achten Sie darauf, in
einem Jahr ist es wieder einmal so weit. Entwurmen Sie
den Welpen je nach Stärke der Fleischmahlzeiten alle 3
bis 6 Monate. Lassen Sie sich dabei von Ihrem Tierarzt
beraten.
Bedenken Sie, der Mastino kann ein Dickschädel sein,
darum erziehen Sie ihn konsequent. Er neigt dazu, nicht
jedes Mal wenn Sie ihn rufen auch sofort zu kommen.
Geduld ist also angesagt. Fangen Sie so früh wie möglich
mit der Erziehung an, ein Nein ist und bleibt ein Nein.
Achten Sie darauf, dass Sie der Chef bleiben. Lob und
Tadel immer zur rechten Zeit. Betonen Sie Ihre kurzen
und prägnanten Kommandos durch Ihre Stimmlage. Vergessen
Sie niemals, die Hand die füttert, die straft nicht.
Drohen Sie mit einer zusammengerollten Zeitung, das
Geräusch von Papier bewirkt oft Wunder. Vor jedem
Kommando an Ihren Hund sollten Sie laut und deutlich
seinen Namen rufen, er muss merken, jetzt kommt etwas
auf mich zu.
Ich hoffe, Ihnen mit diesen wenigen Worten den Einstieg
erleichtert zu haben. Bei Bedarf kommt mehr.
Mit freundlichen Grüßen Ihre
Manuela Massing
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