Der Fila Brasileiro ein Familienhund?
 

Der Fila Brasileiro ein Familienhund?


Nach langjährigem Wunsch einen Fila in unserer Familie zu haben, erfüllte sich dieser im Herbst 2003 mit unserer Hündin Emmely. Schnell schloss sie sich unserer Familie an, die zu der Zeit neben uns (Gregor und Sylvia) aus unserem 4jährigem Sohn Leeroy und unserem 8 Jahre alten Pyri Drago bestand. Eine ganz besondere Bindung baute sie zu unserer Tochter Josephine auf, die im Januar des folgenden Jahres geboren wurde.

Etwas überrascht waren wir doch von den Reaktionen aus unserem Freundes - und Bekanntenkreis, die von "Ihr habt doch Kinder" über "Der gehört doch zu diesen Rassen" bis zu " Sollen wir Euch nicht mehr besuchen? " reichte.

Wir brauchen hier wohl kaum anmerken, liebe Leser, dass keiner dieser Personen jemals persönlich Kontakt zu einem Fila hatte, sondern dass ausschließlich unsere Medien hier der Informationslieferant waren.

Diese Reaktionen gerade verdaut, verarbeitet und auch teilweise entkräftet, wartete eine zweite Herausforderung auf uns.

Nach dem Besuch der Welpenspielstunde mit Emmely im Alter von 10 Wochen, baten uns die Trainer der Hundeschule zu einem persönlichen Gespräch, in dem sie uns folgendes mitteilten: " Wir möchten Sie bitten, sich eine andere Hundeschule zu suchen, da wir zu wenig Erfahrung mit dieser Rasse und ihrem Potenzial besitzen". Auslöser dieser Entscheidung war Emmely's sehr dominantes Auftreten den anderen Hunden gegenüber in der ersten Stunde. Die daraus resultierende Konsequenz war, dass in der Folgestunde nur noch ein Drittel der Besitzer mit ihren Welpen erschienen.

Hierzu sollte man bemerken, dass diese Hundeschule damit wirbt, mit allen Rassen zu arbeiten, welches man mir bei telefonischer Nachfrage auch bestätigte.
Glücklicherweise erinnerten wir uns an eine Hundeschule in Kiel, die sofort bereit war, uns in ihrer Welpenspielstunde aufzunehmen. Wobei wir auch bereit waren, jeden Sonntag 120 Kilometer im Auto zu sitzen. Christina, die Hundetrainerin, arbeitete von Anfang an systematisch mit den Welpen und ihren Besitzern. Sie zog es stets vor, sich an öffentlichen Plätzen, als auf einem eingezäunten Platz aufzuhalten. Emmely lernte schnell und mit Freude, wie sie sich anderen Hunden und Menschen gegenüber zu verhalten hat und legte nach 12 Monaten erfolgreich ihre Begleithundeprüfung ab.

Wer nun glaubt, man hätte auf Lebzeit einen aufs Wort gehorchenden Begleiter, der irrt. Emmely zeigte uns im Alltag regelmäßig, dass sie ein typischer Fila ist und brachte uns das eine oder andere Mal in Situationen, in denen wir auf die Hilfe der Hundetrainerin zurückgreifen mussten.

Nun nahmen wir an einigen Hundeausstellungen teil, auf denen wir auch regelmäßig Thomas, den Besitzer eines 5jährigen Fila Rüden (Elian) und eines Bernhardiner Rüden (Faro) trafen, den ich bereits bei meinem ersten Treffen der Fila AG kennen lernte. Emmely und Elian verstanden sich auf Anhieb, so dass es nur eine Frage der Zeit war, sich auch außerhalb von Veranstaltungen zu treffen. Ein gemeinsamer Spaziergang mit vier Hunden war sicherlich nicht die große Herausforderung. Wie es uns gelang, dass wir Thomas in Begleitung seiner Hunde zu Geburtstagsfeiern oder Grillabenden incl. Übernachtung in unser Haus einladen konnten, berichten wir in einer der nächsten Ausgaben dieses Heftes.
Durch konsequentes Erinnern des Erlernten in der Hundeschule, regelmäßigen Kontakt zur Züchterin und Hundetrainerin ist Emmely jetzt mit zwei Jahren auch in unserem Freundeskreis nicht mehr ein Hund "dieser Rassen", sondern der Hund der zu uns gehört und freudig von allen, insbesondere den Kindern, begrüßt wird.

Der Fila Brasileiro ist für uns der perfekte Familienhund!!

Viele Grüße an alle Hundefreunde.
Famile Riefenthaler



Zurück